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Leitfaden zur Gutachtentechnik - 3. Teil - Das "Springen" im Gutachten

V. DAS „SPRINGEN“ IM GUTACHTEN

Auch das Problem des Springens im Gutachten soll am Beispiel des Strafrechts verdeutlicht werden. Häufig sind Fallkonstellationen, in denen sich z.B. im objektiven Tatbestand „eigentlich“ ein Problem stellt, aber recht evident ist, dass es darauf aus einem anderen Grund letztlich nicht ankommt.
Nun kann man natürlich strikt am Prüfungsschema festhalten und das Problem im objektiven Tatbestand ausführlich behandeln. Hierbei droht jedoch, dass dem Prüfling fehlender Überblick attestiert wird, weil er nicht erkannt hat, dass z.B. offensichtlich der Vorsatz fehlt. So passiert es dann dass der Prüfer die Ausführungen zum objektiven Tatbestand mit einer „Wellenlinie“ am Rand versieht und bei der Verneinung des Vorsatzes an den Rand schreibt: „Eben!“

Deshalb gebieten ökonomisches Arbeiten einerseits und richtige Schwerpunktsetzung andererseits, in einem Gutachten an geeigneten Stellen zu „springen“ und einen späteren Prüfungspunkt abzulehnen (ausführlich hierzu Klaas/Scheinfeld, JURA 2010, 542, 549).

Dabei gilt im Strafrecht die folgende Regel:

Sprünge in den subjektiven Tatbestand und in die Gesetzeskonkurrenz werden meist geduldet, oft sogar gewünscht; Sprünge in Rechtswidrigkeit und Schuld werden meist missbilligt (Hardtung, JuS 1996, 807, 811; Putzke, ZJS 2011, 522, 527).

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